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MARIENKIRCHE IN AMBLA
 

Die Kirche Ambla ist der älteste Sakralbau in Mittelestland. Man hat mit dem Bau der Kirche wahrscheinlich in der Mitte des 13. Jahrhunderts begonnen. Die Kirche ist der wichtigsten Schutzheiligen des deutschen Ordens der Gottesmutter Maria geweiht. Die lateinische Benennung ist Ampla Maria (groBmächtige Maria), davon stammt auch der Ortsname Ambla.

Die Kirche Ambla wurde zu einem bedeutenden Beispiel der Kirchenarchitektur in Mittelestland.

Von Aussen ist das aus Kalkstein gebaute Gebäude einfach und ähnelt den Kirchen in Gottland.

Die hochliegenden Fenster und dicken Mauern geben der Kirche den Anblick einer mittelalterlichen Burg. Hauptportal ist ungeschmückt.  Ausnahmsweise hat das Langhaus 3 Portale, das Südlichste davon ist zugemauert.

Die spitzen Portalöffnungen haben keinen bearbeiteten Rahmen.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Kirchenarchitektur in Estland gibt es in Ambla den monumentalen Westturm, der aus der Westwand nicht vortritt. Den heutigen Spitzhelm hat das Gemeinde 1975 gebaut und seine Form stammt aus dem Jahre 1857. Der Turm ist 49,5 m hoch. Die Westfassade hat ein rundes Fenster. Das Glasgemälde dieses Fensters hat Dolores Hoffmann im Jahre 1979 angefertigt.

Von ihrer Innenausstattung ist die Kirche ein einfaches dreischiffiges Gebäude. Der Siegesbogen, der das Langhaus mit dem Chor verbindet, ist ziemlich hoch und breit. Die Südwand des Chors wird durch schöne farbenfrohe Glasmalerei des Fensters (restauriert 2001) belebt. Das Gewölbe des Langhauses wird von schlanken, runden Säulen getragen, deren Kapitelle von Flachreliefen geschmückt werden.

An den Wänden stützt sich das Gewölbe auf die verhältnismässig kurze Konsolen und hinterlässt eine glatte Wandfläche. Das Innere der Kirche ist geräumig, hoch und hell. Das Mittelschiff von dem dreischiffigen Langhaus ist von den Seitenschiffen um ein Drittel breiter. Später ist die Kirche durch die südliche gewölbte Sakristei und die nördliche gewölbte Diele vervollständigt worden.

Die mittelalterliche Innenausstattung ist im Lifländischen Krieg (1558-1583) zerstört worden. 1620 wurde für die Kirche ein neuer Alter bestellt. Er wurde von dem berühmten Tallinner Holzschnitzler Berent Geistmann angefertigt.

1995 wuede der Altar von AG Tsunftijänes restauriert. Aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammen auch die Kanzel und die Sitze.

Das im Jahr 1995 durch Diebstahl geschädigte, 1849 von Karl Siegmund Walther gemalte Altargemälde “Kolgata” wurde 1998-1999 restauriert.

Die Orgel ist im Jahre 1895 in Riga, in der Werkstatt von Hermann Walcker gebaut. In den Jahren 1996-1998 hat die Kirche ein neues Zinkblechdach bekommen. Das Dach wurde von der Personengesellschaft Frantsiskus gebaut.

2005 hat der Chor einen Fussboden aus Kalksteinplatten bekommen. Der Fussboden wurde von der Personengesellschaft Rändmeister gebaut.Die Kirche Ambla steht in der Liste der unter Denkmalschutz stehenden europäischen Sakralbauten.

Im Kirchengarten steht das bemerkenswerte Marmorgrabmonument “Der Knabe mit Mohnen”von Anton Starkopf Von demselben Autor stammt auch im Friedhof Ambla stehendes Befreiungskriegsmonument (eröffnet 1925, Neueröffnung 1990)

Im Friedhof Ambla liegen der Ornitologe und Fenologe Fr. v. Hoyningen-Huene, der Pfarrer A. L. Paulsen, der Geographe J. Kents, der Pädagoge T. Lunts u.a. begraben.

Als Architekturdenkmal liegt unter dem staatlichen Schutz die Grabstätte aus dem 13.-18. Jh., die unter der Kirche und in der näheren Umgebung der Kirche liegt.